„Danke, Danke, Danke!!!“ – eine syrische Mutter steht zu Tränen gerührt vor mir und zeigt auf ihre Wohnung. Kennengelernt habe ich die junge Frau in unserem Familienzentrum und seitdem verbindet uns eine enge Geschichte.

Vor etwa drei Wochen nahm sie mich das erste Mal mit in ihre Wohnung und die Bilder ließen mir damals die Tränen in die Augen steigen. Die drei Kinder schliefen auf dem Boden, zugedeckt mit der Kleidung der Eltern. Die Wohnung war leer, keine Kochmöglichkeit, keine Lampen oder Verdunklungsmöglichkeiten an den Fenstern. Ähnlich verheerend war die Kleidung und die Schuhe der Kinder.

Doch was ich danach erlebte, war eine gigantische Welle der Hilfsbereitschaft!

Gemeindemitglieder spendeten, Nachbarn räumten ihren Dachboden auf, Kinder gaben ihre Puppen und Plüschtiere ab. Auf einmal kam Leben und Liebe in unseren Stadtteil. Viele halfen der Familie: Betten, Schränke, Tisch und Stühle, Küchenutensilien, es wurde geschleppt und zusammengetragen. Jeder hatte etwas zu geben! Abends saßen wir oft auf einen syrischen Kaffee beieinander und lernten gegenseitig unsere Kultur kennen. Selten habe ich so ein Miteinander erlebt und nicht nur die Augen der Syrer strahlten, auch die Helfer gingen glücklich und beschenkt nach Hause. Jeder Beitrag war wichtig, jeder Topf und jede Pfanne, die ich von mir abgebe, hilft effektiv und bringt Veränderung in das Leben der anderen.

Auch mein Blick auf das Leben hat sich verändert. Wie reich und beschenkt ich doch bin! Ich habe die junge Frau fest in mein Herz geschlossen und ich bin gespannt, was wir noch zusammen erleben werden.

Verfasst von Claudia Gruner

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