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Vom 09.01 bis zum 12.01.2018 lief in der Kranichdammschule hier in Salzgitter das Projekt „Gewaltfrei lernen“, welches von Jumpers Salzgitter, sowie auch vom „meine Szitty-Club“ initiiert wurde. Als Teil von Jumpers durfte ich Maximilian Kraft von „Gewaltfrei lernen“, welcher die Kinder trainierte, vier Tage unterstützen und verstehen wie sich ein gewaltfreies Verhalten auf den Schulalltag auswirken kann.

Max, wie die Drittklässler Maximilian Kraft während der Stunden nennen durften, ging nach ein paar Achtsamkeitsspielen auf die eigene Körpersprache ein und erklärte den Kindern, dass wenn sie schüchtern und ängstlich aussehen, andere denken, dass sie sich nicht wehren können und dass wenn sie rumlaufen wie ein Angeber, sie andere mit ihrer Körperhaltung provozieren. Die Kinder lernten darum wie sie freundlich, aber stark stehen: Beine schulterbreit, Hände locker an der Seite, Kopf gerade und um stark auszusehen, die Brust ein kleines Bisschen nach vorne.

Nicht nur die Körpersprache spielte in unserem Training eine wichtige Rolle, sondern auch vor allem die Sprache an sich, deswegen lernten die Kinder die „Stopp-Regel“ in drei Schritten. In mehreren Sprech-Übungen machten die Schüler ihrem Gegenüber klar, dass sie nicht geärgert werden wollen, im nächsten Schritt lernten sie, den anderen zu warnen und ihm mitzuteilen, dass sie einem Lehrer oder einer Aufsicht Bescheid sagen, falls er nicht aufhört zu ärgern. Im letzten Schritt wird dann ein Lehrer oder die Aufsicht verständigt.

In den folgenden Trainingseinheiten lernten die Drittklässler auch, wie sie sich befreien, wenn sie festgehalten werden und wie sie mit Beleidigungen umgehen. Immer wieder wurde bereits Gelerntes wiederholt, um es zu festigen, damit die Kinder ihr Verhalten nachhaltig ändern können.

Bei der Übung „Liebe Mauer“, wo eine Gruppe von Kindern einem Schüler helfen soll, der von anderen beleidigt wird, fing ein Schüler, der auch ab und an zu Jumpers kommt an, die Beleidiger ebenfalls zu beleidigen. Als ich ihn korrigierte und ihm sagte, dass wir den Konflikt doch lösen wollen indem wir den Beleidigten durch Positives stark machen, sagte er: „Das ist einfach so in meinem Kopf drin, wie ein Reflex.“

Genau das ist es wo „Gewaltfrei lernen“ bei den Kindern ansetzt. Es versucht diesen Reflex abzuschaffen und ihn langfristig durch einen Gewaltfreien zu ersetzen. Ein Konzept, dass nicht nur in der Schule, sondern auch bei Jumpers sinnvoll ist und in Zukunft definitiv in den Jumpers Alltag einfließen wird.

Mia Pöhler (FSJlerin)

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