„Ihr wisst gar nicht, wie das ist, so zwischen Mama und Papa zu stehen! Ich will nicht nur bei Mama oder Papa sein, ich will sie beide wiederhaben!“ Lisa* schreit und weint, ist wütend und lässt sich so schnell nicht beruhigen. Etwas überfordert, versuche ich, Lisa zu beruhigen und die Situation in Ruhe mit ihr zu klären. Gerade machen wir uns bereit für eine Nachtwanderung, um wie die Könige Jesus im Stall zu suchen. Draußen liegt Schnee und es ist
eisiger Wind draußen. Grund genug, sich warm einzupacken, um nicht zum Eiszapfen zu gefrieren. In der Eile, alle Kinder rechtzeitig zu sammeln und die Suche nach verloren gegangenen Mützen und Handschuhen rechtzeitig zu beenden, verliere ich etwas die Geduld. Ich stehe neben Lisa und versuche sie davon zu überzeugen, doch noch eine
zweite Hose anzuziehen. In einer Diskussion endend, wird Lisa wütend und platzt plötzlich mit
all dem familiären Stress heraus. Sofort tut es mir leid, dass ich nicht ruhig und geduldig geblieben bin. In dem Moment entsteht aber auch gleichzeitig ein sehr wertvolles Gespräch, in dem Lisa sich sehr
öffnet. Den Rest des Abends will sie meine Hand gar nicht mehr loslassen.

Wir erleben ein sehr wertvolles Wochenende mit unseren Kindern. Mit 10 Kids ging es am 8.12. los Richtung Braunsdorf in Thüringen. Ein kleines Dorf mit einer tollen Unterkunft für uns, Kirche und Friedhof gleich nebenan. Strahlend schaut mich eins unserer Kids an: „Darf ich auf dem Friedhof schlafen?“ Die Aufregung ist groß, als
wir ankommen und es uns wohnlich machen in unseren Zimmern. Schon kurze Zeit später tauchen wir ein in die Weihnachtsgeschichte und erleben, wie der Engel Maria begegnet und sie Gott gehorsam ist. Am nächsten Tag erleben wir den Rest der Geschichte: Wie sich Maria und Josef auf den mühsamen Weg nach Bethlehem machen
und die Hirten von Engeln überwältigt werden. Der Abend wird zum kleinen Highlight, denn wir kommen im ‚Stall‘ an, unserem gemütlichen Kaminzimmer. Dort überlegen wir, was wir gemeinsam Jesus schenken können und trällern fröhlich unsere Freizeitlieder.

Auch gegenseitige Streiche, Gespensterjagd und Kissenschlacht bleiben natürlich nicht aus. Natürlich ist auch die Rückfahrt nicht langweilig: ein Mädchen wollte wohl den Inhalt ihres Magens nicht für sich behalten. Strahlend schaut sie uns anschließend an und sagt: „Mir geht’s jetzt gut, aber dem Auto nicht.“

Ein action- und erlebnisreiches Wochenende liegt hinter uns, und wir sind sehr dankbar für die gemeinsame Zeit.

Sophia Haufe

  

Sophia Haufe und Folker Hofmann – Projektleiter Erfurt

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