Große Lebendigkeit und Aufregung herrscht im nahe gelegenen Jugendhaus, das wir am Montagnachmittag betreten. Viele Kinder haben sich bereits eingefunden und versuchen, in den zahlreichen Kreativangeboten einen Platz zu ergattern. Es ist Kunst- und Kulturwoche im Stadtteil, eine große Veranstaltung von mehreren sozialen Einrichtungen, die Workshops für Kinder anbieten. Eine tolle Möglichkeit, die wir nicht verpassen wollen. So sind auch wir von Jumpers daran beteiligt. Unsere Kinder tauen in der großen Gruppe mit vielen fremden Gesichtern schnell auf und sind begeistert dabei, zu malen, zu kleben, zu hämmern, zu häkeln und
Theater zu spielen. „Wunderbar“, denke ich. So viele begeisterte Kinder. Lukas*, der neben mir sitzt, ist von seinem Projekt, eine ägyptische Mumie aus Pappe zu basteln, begeistert. Mit Leidenschaft bemalt er seinen Karton wie eine Pyramide. Mit allem Eifer verziert er diese mit komplizierten Hieroglyphen. Anschließend rennt er zur Leiterin und sagt mit strahlendem Gesicht: „Das ist echt cool, was wir machen!“ Auch die anderen Workshops werden begeistert angenommen. Ein wunderbares Programm für die Schulferien. Aber auch die anderen Tage der Ferien sind vollgepackt mit bunten Angeboten für die Kinder. So ziehen wir die darauffolgende Woche in Teams durch die Straßen in Erfurt, um auf „Asien-Entdeckungsreise“ zu gehen und Menschen aus asiatischen Ländern zu finden und ihre Namen zu sammeln. „Aus welchem Land kommt ihr?“, fragt die 8-jährige Susanne* eine kleine Gruppe von ausländisch wirkenden Menschen. Hoffnungsvoll schaut sie mich an. Ob sie wohl erfolgreich war? Der Mut der Kinder und das Selbstbewusstsein gegenüber Fremden faszinieren mich. Es macht allen großen Spaß. Auch den Leuten, die auf der Straße von den Kindern angesprochen werden. Auch ein Ausflug in den Zoo ist faszinierend für unsere jungen Besucher. „Tschüß, Ziegen!“, ruft Daniel* laut, als er das Streichelgehege verlässt. Vorher hat er mit großem Eifer die Ziegen gefüttert, gestreichelt und bestaunt. Bevor wir aufbrechen und weiterlaufen, rennt er zu den einzelnen Ziegen und verabschiedet sich. Die Dynamik der Gruppe hat sich positiv verändert. Das beobachten wir. Neue Freundschaften sind entstanden. Die täglichen Abschlusskreise mit den Kindern sind inzwischen zur Tradition geworden. Hier können sie sagen, was ihnen am Tag gut gefallen hat oder was nicht schön war. Für alle Entwicklungen sind wir als Team sehr dankbar.

(SH)

 

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