„Ich traue mich nicht, die Leute zu fragen.“ Etwas ängstlich schaut Leonie* zu mir auf und versteckt sich hinter den anderen Mädels der Gruppe. So etwas ist ja schließlich nicht alltäglich, mit einem Tonaufnahmegerät und Mikro auf die Straßen zu gehen und wildfremde Menschen zu befragen. Doch immer mehr Mut entwickeln die Kinder, denn sie werden dadurch ja auch auf die kommenden Tage vorbereitet. Doch was geht da eigentlich vor bei Jumpers? Wir machen Radio! Unter dem Motto „Berufswoche“ starten wir mit den Kindern in die Welt des Radios.

Radio F.R.E.I., das Lokalradio von Erfurt, gestaltete die Woche mit uns aus und die zwei coolen Mitarbeiter Roman und Ulli waren die ganze Zeit mit dabei.

Viele spannende Dinge können sie in dieser Woche entdecken.
Was brauche ich für eine Radiosendung? Wie sieht ein Studio von innen aus? Wie funktioniert eigentlich die Technik? Brauche ich wirklich eine Kamera? Was ist denn ‚Morator‘ (Moderator) für ein seltsamer Beruf? Und was sind das eigentlich für komische Knöpfe auf dem ‚Mischbrot‘ (dem eigentlichen Mischpult)? So spannende und neue Sachen haben die Kinder gelernt, dass ihnen sogar die Sprache für diese Ausdrücke fehlte.

Ganz schnell wurde es dann auch praktisch und zusammen überlegten wir uns Fragen, die wir Leuten auf der Straße stellen konnten: „Was wollten sie als Kind mal werden?“ oder „Was ist in ihrem Beruf am Besten?“ Mutig ging es los, denn noch viel mehr Mut musste dann in den kommenden Tagen bewiesen werden. Denn dann ging es ans Eingemachte: wir interviewten die Polizei, die Feuerwehr, die Tierpfleger im Zoo, den berühmten Handballtrainer Dago Leukefeld und dann spontan noch weitere Leute. Immer geschickter gingen die Kids mit dem Mikro um, trauten sch mehr zu und erfuhren dadurch viel über verschiedene Berufe.

„Manchmal muss man einfach ein Risiko eingehen, dass habe ich jetzt auch gelernt!“, sagte die 9-jährige Tina* zu mir, als sie ganz stolz ein spontanes Interview mit einer Bankangestellten beendet hatte. Wir sind gespannt darauf, in den nächsten Tagen unsere eigene Sendung zu hören. ich bin stolz auf unsere Kinder, die ihre Angst überwunden haben und zu kleinen, mutigen Reportern geworden sind.

SH

*Namen von der Redaktion geändert.

 

About the author