Theater, Traumwetter und tolle Teenies

Eine außergewöhnliche Woche mit den Helleböhn-Kids

von Thekla Neumann

Wir hatten es geschafft! Dreizehn kleine Szenen waren entstanden und die Kinder und Jugendlichen mehr als zufrieden mit ihrer Generalprobe zum Stück „Megaärger“. Und das durften sie auch sein. Sie hatten hart gearbeitet, manche Probentage dauerten 6 Stunden und länger. Und sie hatten sich einiges getraut: haben Rollen gespielt, die Ihnen ähnlich und zugleich fremd waren, hatten Gefühle gezeigt und Scham überwunden – sogar eine kleine Liebesgeschichte konnten wir einbauen.

 

Dabei wussten wir zu Anfang der Freizeit noch nicht, ob wir tatsächlich ein bühnenreifes Stück entwickelt bekommen. Ganze zwei Teilnehmer hatten sich in der Woche vor der Freizeit angemeldet, doch als wir am 8. Juli am Kasseler Bahnhof standen, fuhren 10 Kinder und Jugendliche mit uns vier Mitarbeitern Richtung Osten ins Eichfseld/Thüringen. Dort hatten wir uns im Kunsthof Friedrichsrode für eine Woche eingemietet und fanden optimale Bedingungen für uns vor: ein ausgebauter Kuhstall bot uns einen Riesen-Probenraum mit Bühne, Licht und Versorgungstheke. Die Schlafzimmer waren komplett neu renoviert und im gemütlichen Hof des Fachwerkhauses wurden wir jeden Tag aufs Beste versorgt. Das weitläufige Außengelände war ideal für Outdoor-Spiele, Lagerfeuer, Grillabend und Geländespiele. Und dass es dort keinen Handyempfang gab, störte die Kinder und Jugendlichen nach einem Tag gar nicht mehr. Wir hatten bestes Sommerwetter und konnten deshalb sogar die 5km-Wanderung vom Bahnhof bis zum Haus mit allen gut meistern. Eine Herausforderung war sicher der große Altersunterschied, den wir in der Gruppe hatten: die eine Hälfte bestand aus 8-11jährigen Mädchen, die andere Hälfte waren absolut coole Jugendliche aus Helleböhn zwischen 13 und 16 Jahren. Aber die Gruppe überraschte uns jeden Tag aufs Neue. In den Pausen, in denen wir Mitarbeiter kein Programm anboten, spielte die Gruppe unter Anleitung der „Großen“ die Spiele weiter, die wir ihnen beigebracht hatten. Auch bei der Rollenverteilung und bei den Geländespielen war es für alle selbstverständlich, dass sie sehr respektvoll miteinander umgingen. Das hat uns total begeistert.

 Doch auch an anderen Punkte merkten wir, wie Gott uns und die Kinder und Jugendlichen berührte: beim „Alle guten Gaben-Rap“, den die Kids ab dem zweiten Tag von alleine anstimmten, bevor wir aßen, beim abendlichen Schwank, bei dem wir Mitarbeiter eine Geschichte aus unserem Leben erzählten, wo wir Gott auf besondere Weise erfahren haben und alle ganz gespannt zuhörten, bei den Heimweh-Tröst-Gesprächen mitten in der Nacht, in der wir für die Mädchen beten durften (und die uns bald darauf baten, für sie zu beten) und nicht zuletzt beim abendlichen Abschlusslied „Ich bin in deiner Hand“, bei dem am letzten Abend alle den Text auswendig kannten und sogar die Teenies laut mitsangen. Wir Mitarbeiter sind jedenfalls tief berührt und glücklich nach Hause gefahren und hoffen, dass Gott in diesen Kindern und Jugendlichen etwas aufgebrochen hat, das sie noch lange begleiten wird und was weiter wachsen darf. Und dass sie nicht zuletzt beim Theaterspielen sich und anderen zeigen dürfen: Ich traue mich was. Ich zeige Euch, was ich kann. Jemand glaubt an mich. Ich bin wunderbar so wie ich bin. Applaus!