Jumpers in Nordirland

Zwölf Jugendliche, sieben Tage, fünf Mitarbeiter – und jede Menge Essen, Erlebnisse, Englisch und freundliche Nordiren: Unser Sprachcamp in Portaferry

Am Samstag, dem 8. April trafen wir uns um 5:30 Uhr in Kassel und Kaufungen, um gemeinsam zum Flughafen nach Frankfurt zu fahren. Mit dabei waren vier Mitarbeiter von Jumpers und vor Or

t wartete unser fünfter Mann, Matthias Jungermann, in dessen Haus die meisten von uns Quartier bezogen. Der Rest der Truppe wurde bei Lois, einer Bekannten von Matthias in einer ehemaligen, aber jetzt liebevoll eingerichteten Bootshütte untergebracht. Es waren 12 Schüler und Schülerinnen, die momentan am MENSCH-Programm teilnehmen aus drei unterschiedlichen Schulen dabei, eine Handvoll hatte sogar das Glück, ein zweites Mal dabei sein zu dürfen. Doch für viele Schüler war es der erste Flug überhaupt. So begann also unser einwöchiges Abenteuer in Portaferry…

Gestaltung der Woche

Am Sonntag besuchten wir den Gottesdienst in der Methodist Church, wo wir uns alle mit Namen und Alter vorstellten – selbst einige Gottesdienstbesucher höheren Alters ließen sich den Spaß nicht nehmen. Später konnte man sich bei Kaffee oder Tee und Keksen noch weiter kennenlernen und zum ersten Mal ein bisschen Englisch sprechen – und einige mutige Jugendliche führten die ersten Gespräche, während andere sich noch ein bisschen schüchtern zurückhielten. Das veränderte sich aber im Laufe der Woche, da wir auch mehrmals den Jugendclub “Place2BE” besuchten, wo die Jugendlichen mit einheimischen, jungen Erwachsenen eben nur auf Englisch kommunizieren konnten – was recht gut klappte. Am Mittwoch kickten dann fußballbegeisterte Deutsche und Nordiren in gemischten Teams miteinander – dabei schien die Sprache kein Hindernis zu sein und alle hatten Spaß.

Von Montag bis Donnerstag gab es nach dem Frühstück immer Englisch-Unterricht – mit dem Übersetzen von Texten, bei denen die Jugendlichen neben Englisch auch lernten, dass man sich unmittelbar erreichbare Ziele setzen sollte, um im Leben weiterzukommen und dass es auf die richtige Perspektive im Leben ankommt. Anschließend gab es abwechslungsreich gestaltete Einheiten über die Bildung von Zeitformen, was in Einzel- und Gruppenarbeitsphasen vertiefend geübt wurde.

Besondere Erfahrungen und Highlights

Wir haben sehr viel Wertschätzung und Freundlichkeit von den Einheimischen erfahren – für viele ist es sehr besonders, wenn “die Deutschen” in ihr beschauliches Portaferry zu Besuch kommen. So wurden wir mit PKW’s von Belfast abgeholt und am Ende wieder dorthin gebracht. Dann brachten uns die Leute aus Portaferry mal Süßigkeiten vorbei oder warme Decken, weil einige nachts gefroren hatten und zwei liebe ältere Damen gaben uns in Matthias’ Küche eine Live-Back-Show, in der wir lernten, wie man irisches Brot backt und eine lokal beliebte Süßigkeit nämlich “Fifteens” herstellt (die heißen so, weil man von allen Zutaten jeweils 15 braucht …).

Richtig Spaß gemacht hat den Schülern auch die “Tea-Time”, zu der wir in kleinen Gruppen mit je einem Mitarbeiter bei einheimischen Gastgebern zum Tee eingeladen waren – oder was sie sonst noch an Getränken und Leckereien da hatten. Die Gastgeber waren sehr begeistert über die deutschen Gäste – und haben sie zu ihren Familien, Hobbies, Berufswünschen und über politische Ansichten ausgefragt. Eine gute Möglichkeit, um Englisch zu lernen! Diese Challenge war für viele Jugendliche augenöffnend, da sie merkten, wie gut sie sich doch auf Englisch mit ihren Gastgebern unterhalten konnten und doch auch Einiges verstanden, wenn diese etwas erzählten.

Wir unternahmen auch mehrere Ausflüge: Zum Beispiel ins Aquarium in Portaferry mit Robbenauffangstation, zu Castle Ward (einer Burg aus der Serie „Game of Thrones“), wo die Schüler sich im Bogenschießen ausprobieren konnten und dank einer großzügigen Spende eines Nordiren aus der Methodist Church konnten wir das Titanic-Center in Belfast besuchen. Dort wurde man in die Geschichte zurückversetzt, in das Belfast, in dem die Titanic gebaut wurde, fuhr mit einem nachgebauten Aufzug in die Werft und erlebte (fast) live die Geschichte der Titanic mit. Das war ein besonderes Highlight für viele Schüler.

Auch wenn es manchmal anstrengend war, blicken wir dankbar auf eine erlebnisreiche, gemeinsame Woche zurück, bei der die Gruppe richtig zusammengewachsen ist, die Jugendlichen mit Freude Englisch lernen konnten, es keine Zwischenfälle gab und wir auch mit gutem Wetter und viel Sonne in einer wunderschönen Umgebung gesegnet waren! Besonders begeistert waren wir Mitarbeiter vom Einsatz der Teens – dass die meisten verlässlich ihren Tischdienst übernahmen und manche sogar freiwillig beim Kochen mithalfen und dass der Umgang miteinander sehr von Respekt und Wertschätzung geprägt war.

Statements von Schülern

„Mir hat es hier sehr, sehr gut gefallen. Ich fand es toll, dass wir auch zu den Iren nach Hause gegangen sind und uns mit denen unterhalten konnten. Ich fand auch die Aktivitäten ganz gut und die Betreuer waren auch sehr, sehr nett.“

„Ich fand das Sprachcamp sehr gut und auch den Englischunterricht fand ich gut.“

„Mir gefiel alles sehr gut, ich fand das „Wohnen“ in Matthias seinem Haus sehr schön und es wurde nie langweilig hier. Ich fand es auch gut, dass wir Kontakt mit den Iren hatten, die waren alle sehr nett und waren nicht voreingenommen, weil wir aus Deutschland sind. 🙂 Ich würde auf jeden Fall noch einmal mitfliegen!“

(LH)

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