„Warum machen wir das eigentlich? Das hat doch gar keinen Sinn!“, beschwerte sich ein Schüler während des letzten Workshops. Die Gruppe hatte als Aufgabe bekommen, eine Domino-Bahn quer durch den Raum zu bauen, die verschiedene Elemente wie eine Brücke und eine Kurve beinhaltete. Nun waren die Steine des Teilnehmers beim Aufbauen schon zum wiederholten Male umgestürzt, er musste von neuem beginnen und war dementsprechend frustriert.

Ja, warum machen wir solche Aufgaben eigentlich? Weil wir der Meinung sind, dass man dabei spielerisch viel erfahren und eine Menge lernen kann. Zum Beispiel über sich selbst: Wie geduldig bin ich? Wie geschickt bin ich? Wie geht es mir, wenn etwas nicht so läuft, wie es soll? Oder über andere:  Wie kreativ ist mein Mitschüler? Was macht meiner Klassenkameradin Spaß? Und natürlich auch über das Miteinander: Helfen wir uns gegenseitig? Wie reagieren wir, wenn jemand die Aufgabe vermasselt? Arbeiten wir gemeinsam, jeder für sich oder sogar gegeneinander? Man könnte noch viele weitere Fragen auflisten. Erlebnispädagogische Übungen bieten jedenfalls einen guten Anlass, um über solche Fragen und Themen ins Gespräch zu kommen, sich auszutauschen und zu diskutieren – was in anschließenden Reflexionsrunden auch geschieht.

Die Teilnehmenden setzen sich mit sich, mit anderen und mit der Umwelt auseinander, erleben Gefühle, bilden sich eine Meinung, vertreten Positionen und lösen Konflikte. So wird im geschützten Raum und unter Begleitung geschulter Trainer die Persönlichkeitsentwicklung gefördert und das Selbstwertgefühl gestärkt.

Und genau das wollen wir ja im MENSCH-Programm erreichen. Und auch, wenn es beim Workshop ab und zu anstrengend oder sogar frustrierend war, am Ende des Vormittags waren sich alle einig: Es hat Spaß gemacht und wir freuen uns schon auf das nächste Mal!                               (N. Knauf)

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